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Amsterdam Pipe Museum

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Im November letzten Jahres konnte ich das Pfeifenmuseum in Amsterdam besuchen. Das Museum liegt an der Prinsengracht 488 in 1017 KH Amsterdam. Man betritt das Museum indem man, wie es für die meisten Grachtenhäuser typisch ist, einige Stufen hinabsteigt und hier den dem Museum vorgelagerten Pfeifen- und Tabakladen durchschreitet. Der Laden hat eine unglaublich große Auswahl an Pfeifen verschiedenster weltweiter Hersteller und führt auch viele Tabake.
Von dort aus gelangt man über eine Treppe in das Obergeschoss des historischen Hauses aus dem 17. Jahrhundert, wo sich das eigentliche Museum befindet. Zweifelsohne ist man verblüfft über die Räume, die nun vor einem liegen. Der Hauptraum des Museums ist ein Saal, der an drei Wänden mit Vitrinen voll mit verschiedensten Pfeifen und Kuriositäten gesäumt ist. Von den umliegenden Räumen und Fenstern strömt Licht vorbei an den schweren breiten Deckenbalken auf die alten Bodendielen, auf denen in Mitten des Raumes eine lange Tafel umreit von Stühlen steht. Das Museum an sich fasziniert durch das historische Gebäude, in dem es sich befindet, aber vor allem durch den aufrecht erhaltenen Eindruck von Wohnräumen mit dem Stil entsprechenden Möbeln und Gemälden.

Hauptsaal des Museums

Zu Beginn findet man Exponate, die Pfeifen aus dem antiken Südamerika zeigen und sich auf bis zu 550 v. Chr. zurückdatieren lassen. Schließlich fand der Tabak, der seinen Ursprung in Amerika hat, auch Einfuhr nach Europa und auf andere Kontinente. Ein großer Teil der Ausstellung ist den Tonpfeifen gewidmet. Tonpfeifen haben in Europa eine besondere Tradition, da sie die ersten Pfeifen waren, die hierzulande als Rauchgerät für Knaster und für Tabak verwendet wurden.
Man erhält im Museum eine sehr freundliche und lehrreiche Führung, bei der man durch die verschiedenen Epochen und Kulturkreise um den Globus herum geführt wird, in denen Pfeife geraucht wird und wurde. In Europa sind dies zum Beispiel neben den Ton- und Porzellanpfeifen die Meerschaumpfeifen, die ursprünglich aus dem Osmanischen Reich stammten, teils als Pfeifenkopf einer Gesteckpfeife, teils als kurze Pfeife. Ein großer Teil der Meerschaumpfeifen werden in einem großen wunderschönen Vitrinenschrank neben kunstvoll bemalten Porzellanpfeifen in dem sich anschließenden Raum mit beruhigend grünen Wänden unter dem Licht eines imposanten Kronleuchters ausgestellt, von wo aus man einen schönen Blick auf die Gracht vor dem Haus hat. Vor dem Aufkommen der heute bekannten Pfeife aus Bruyereholz zeigt das Museum einige traditionelle Holzpfeifen aus Afrika. Daran anschließend finden sich Pfeifenmodelle aus dem Nahen Osten, die aus verschiedenen Materialien, wie auch aus Metall, bestehen. Solche Pfeifen wurden gewissermaßen als Pfeife für die kältere Jahreszeit benutzt, die mit dem Orient eng in Verbindung stehende Wasserpfeife als Sommerpfeife, um durch das kalte Wasser auch bei heißem Klima einen kühlen Rauch zu erzeugen. Auch gibt es eine große Sammlung an Pfeifen aus Asien, wie beispielsweise Kiseru-Pfeifen aus Japan oder Opiumpfeifen aus China, die beide nur sehr kleine Brennkammern für den Tabak bzw. das Opium besitzen und nur für einen kurzen Rauch gedacht sind.

Salon mit Vitrine mit Meerschaumpfeifen

Es ist sehr beeindruckend, dass diese äußerst große Sammlung an Pfeifen unterschiedlichster Epochen und Länder von einem Mann allein zusammengetragen wurde, der mit seinem Entschluss seine Sammlung in ein Museum zu verwandeln täglich Besuchern ermöglicht eine der außergewöhnlichsten Sammlungen der Welt zu besichtigen und einen Einblick in die Geschichte des Rauchens zu erhalten. Man kann während der Führung immer Fragen stellen, die sehr ausführlich beantwortet werden. Neben den Erläuterungen zu verschiedenen Pfeifen, deren Funktion und Raucheigenschaften, werden auch verschiedene Tabake, deren Arten und Schnitte, erläutert.
Erwähnenswert ist, dass neben der Webseite des Museums (www.pipemuseum.nl) auch eine OnlineDatenbank, Objectcatalogus, errichtet wurde, in der jede Pfeife des Museums mit Bild und dazugehörigen Informationen abgerufen werden kann.
Dieser Bericht soll lediglich einen Eindruck geben, auf was man im Pfeifenmuseum in Amsterdam stößt und grob die Ausstellung und die Atmosphäre an diesem eindrucksvollen und speziellen Ort umreißen. Ein genauer Einblick vor allem für die kuriosen Exponate erhält man immer noch bei einem Besuch des Museums zu dem ich nur raten kann.
Der Eintritt beträgt 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder von 6 bis 18 Jahren. Das Museum ist von 12 bis 18 Uhr von Montag bis Samstag geöffnet.
In jedem Fall ist das Museum für einen Pfeifenraucher fesselnd als auch beeindruckend und sollte Bestandteil einer jeden Reise nach Amsterdam sein, nichtsdestotrotz richtet sich das Museum und die Thematik auch an einen jeden, ob Raucher oder Nichtraucher, der interessiert ist an Kunst und Kultur.

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