Fest sitzendes Mundstück Teil 2 – der Härtefall

Fest sitzendes Mundstück – Teil 2

 Der Härtefall

Dies soll eher ein Zusatz zu meinem schon bestehenden Blog-Artikel „Zu fest sitzendes Mundstück“ sein. In diesem wird beschrieben, wie man mittels Auftragen von Graphit, z.B. eines Bleistiftes, ein schwergängiges Mundstück wieder sanft drehen kann. 

Was jedoch, wenn sich das Mundstück gar nicht mehr entfernen lässt. – Klingt seltsam und ist auch normalerweise fern jeder Praxis, das habe ich mir auch gedacht. In den letzten Wochen jedoch arbeitete ich ein kleineres Konvolut Pfeifen auf, darunter auch eine, bei der sich das Mundstück nicht entfernen ließ. Pfeifenkopf und Mundstück waren untrennbar zusammen. Dies ist sicherlich eine Ausnahme und kommt bzw. sollte sehr selten vorkommen. Doch nun war es so und was tun? Wie man auch probierte das Mundstück zu drehen, geschah nichts: es bewegte sich keinen Millimeter. Hier sollte man dann auch erstmal nachlassen. Bei zu festem Drehen, zumal das Mundstück nicht nachgibt, besteht die Gefahr, dass der Zapfen abbricht oder das Mundstück generell bricht. Schonendere Methoden wären also angebracht.

Ich entschloss mich dazu in die Pfeife einen mit Alkohol getränkten Pfeifenreiniger zu geben. So ließ ich die über Nacht stehen, in der Hoffnung, dass der Alkohol festsitzende klebende Partikel (Teer, Pfeifenreinigerfussel, Kohlereste, u.ä.) aufweicht und das Mundstück nun nachgibt – leider nicht. Es erscheint zunächst ausweglos, den Pfeifenkopf vom Mundstück zu lösen ohne Zangen oder sonstiges schweres Gerät einzusetzen, wobei damit immer ein hohes Risiko einhergeht Riefen zu hinterlassen oder eines der Teile generell zu zerstören. Ich probierte dann eine eher abwegige Lösung. Bei mir zu Hause liegen schon überall viele Pfeifen herum, jetzt sollte auch eine, eben dieser Härtefall, ihren Weg ins Gefrierfach des Kühlschranks finden. Ungefähr zwanzig Minuten bei -20 °C und als ich das Eisfach öffnete, die Pfeife herausnahm, ließ sich das Mundstück drehen als sei nie etwas gewesen. Die Kälte führte dazu, dass sich das Mundstück etwas zusammenzog, so ließ es sich entfernen und die Verunreinigungen im Holm wie gewohnt beseitigen.

Schlussendlich noch etwas Graphit auf den Zapfen aufgetragen und das Problem ist gelöst. Schweres Gerät, Abschleifen oder Gefahren für die Pfeife waren auch im Nachhinein nicht nötig.

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Fazit: Trauen Sie sich auch einmal unerforschte Wege zu gehen, ausprobieren schadet nichts! 😉

  1. Danke für das teilhaben auf der Suche nach Lösungswegen für zu fest sitzende Mundstücke. Auf die Idee mit dem einfrieren wäre ich nicht gekommen. Das werde ich auch einmal testen sollte mich eine solche Pfeife erreichen.

    Gruß Stefan

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