Bruyereholz

800px-Erica_arborea_florsBruyère, Briar oder Erica arborea – all das sind Namen für das Holz der Baumheide bzw. die Baumheide selbst. Sie zählt zur Gattung der Heidekräuter und hat auch im Äußeren große Ähnlichkeiten mit unserer Kleinversion: dem Heidekraut. Hingegen dazu kann die Baumheide bis zu 20 Metern Höhe erreichen, ebenso ist sie immergrün mit engverzweigten Ästen, nadelartigen Blättern und kleinen weißen Blüten.

IMG_1457Die Baumheide ist rund um den Mittelmeerraum verbreitet, vor allem in Italien, Spanien, Frankreich und Griechenland, sowie an der Küste Nordafrikas. Das beste Bruyereholz kommt, vieler Meinung nach, von den Mittelmeerinseln Korsika, Sardinien und Sizilien. Des Weiteren ist die Baumheide Sinnbild für die Wälder Madeiras, weit verbreitet auf den Kanaren und sogar in Zentralafrika.

Nicht das ganze Holz der Baumheide findet Verwendung als zukünftiger Traumstoff für Pfeifen, lediglich die Wurzelknollen, die direkt unter dem Stamm im Erdreich wachsen. Diese typischen Wurzelknollen sollten, um erntereif zu sein, ca. 40 cm Durchmesser besitzen, wofür die Baumheide ca. 30 – 60 Jahre Wachstumszeit braucht.

Nachdem geerntet wurde, werden zu Kanteln die Knollen zugeschnitten: den Ebauchons. Diese werden anschließend etwa 12 Stunden bei mäßiger Temperatur gekocht, um den Holzsaft und Tannine auszuwaschen, Ungeziefer zu töten und das Wachstum für Keimfasern zu stoppen. Danach folgt der wichtigste Schritt, gerade für die Qualität – die Trocknung. Es gibt die künstliche Wärmetrocknung oder die Lufttrocknung, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann. Dabei verlieren die Kanteln insgesamt ca. 35% ihres Gewichtes. Nur 20 – 25% des geernteten Holzes ist später nutzbar für Pfeifen herzustellen; nur etwa 3% davon sind das „Bilderbuchholz“ für Highgrades mit atemberaubendem Grain. Dabei besitzt die Außenseite der Wurzelknolle das qualitativ hochwertigste Holz – das Plateauholz, ebenso je dichter und gleichmäßiger die Maserung ist. Der hohe Verlust von der Wurzelknolle bis zu fertigen Kanteln ist dadurch geschuldet, dass beim Wachsen der Wurzel Sand oder Steine ins Holz einwachsen oder sich andere Unregelmäßigkeiten ergeben, wie zum Beispiel Risse, oder Faulstellen. 

Bruyereholz eignet sich als Werkstoff für Pfeifen durch den langsamen und kompakten Wuchs. Dadurch ist das helle bis rotbraune Wurzelholz sehr hart, hitzebeständig und bleibt geschmacksneutral.

Auch andere Holzarten werden für Pfeifen verwendet, wie etwa: Ebenholz, Mooreiche, Olivenholz, Erdbeerbaumholz oder auch heimische Sorten wie: Apfel, Kirsche oder Birne.

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